Investoreneinstieg gescheitert
– C. Hahne stellt erneut Insolvenzantrag

Vor knapp 1,5 Jahren hatte Hahne das vorherige erfolgreiche Eigenverwaltungsverfahren verlassen.

Nachdem der damalige potentielle Übernehmer, Nikolaus Hahne, knapp vier Wochen vor der entscheidenden Gläubigerabstimmung über den Insolvenzplan überraschend von dem geplanten Einstieg als Gesellschafter Abstand genommen hatte, war Herr Krüger kurzfristig als Neugesellschafter eingestiegen.
„Ohne den Einstieg von Herrn Krüger hätte das Unternehmen damals nach der Absage von Nikolaus Hahne abgewickelt werden müssen“, sagt Rechtsanwalt Walterscheid, der Hahne damals durch das Eigenverwaltungsverfahren geführt hatte.

Zielsetzung von Herrn Krüger war es auch, durch umfangreiche positive Veränderungen im Betrieb einen strategischen Investor für die Zukunft zu gewinnen, der sowohl die notwendigen Veränderungen im Vertrieb, als auch zukunftsträchtige Investionen hätte begleiten können.

Nach einer kurzen Übergangszeit hatte Herr Krüger dann die Geschäfte des Unternehmens neu geführt. Die zum Teil noch „verstaubten“ Arbeitsabläufe wurden neu definiert und organsiert. Auch die Kostenstruktur des Unternehmens wurde komplett überarbeitet.

Herr Krüger verschaffte dem Unternehmen einen vorher nicht dagewesenen Innovationsimpuls. Neue Konzepte, insbesondere bei Bäckereirohstoffen, wurden entwickelt. Dadurch sollte auch die Abhängigkeit vom Hauptprodukt „Hafer“ abgebaut werden. Und die Produkte „Müsli“ bekamen ein „neues Gesicht“ mit dem man neue Zielgruppen ansprach.

Diese positive Entwicklung konnte jedoch nicht so schnell den Umsatzrückgang bei den klassischen Produkten auffangen.

Erschwerend kam hinzu, dass sich aufgrund des extremen Sommers 2018 die Haferrohstoffpreise sehr stark verteuerten, was zusätzlich auf die Marge drückte. Eine Entwicklung, die nicht vorhersehbar war. Pech kam an der Stelle hinzu, dass der Stromlieferant, den man im Eigenverwaltungsverfahren gegenüber dem früheren ausgewechselt hatte, selbst in Insolvenz geriet. Alleine dadurch wären die gesamten Engergiekosten für 2019 um ca. 1 Mio. € gestiegen.

Trotz der negativen Umstände hoffte die Unternehmensführung im Februar 2019 den Durchbruch geschafft zu haben. Das unerwartete schlechte Ergebnis im März machte aber diese Hoffnungen zunichte und führte zur finalen Absage der Investoren.

„Das Unternehmen hat leider bisher nicht die Stabilität entwickeln können, die weitere Investitionen von unserer Seite oder von interessierten Investoren gerechtfertigt hätten“, sagt Herr Krüger. Die Übernahme von Hahne durch ihn und seine Schwester war von Anfang so aufgebaut, dass es das Bäckereiunternehmen sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu keinem Zeitpunkt gefährdet hätte.

„Über diesen Schritt bin ich sehr traurig, da ich gesehen habe, mit welchem leidenschaftlichem Engagement und Einsatz Herr Krüger mit den Mitarbeitern die Übernahme angegangen ist und was in den letzten knapp 1,5 Jahren geschaffen wurde, aber für den Unternehmer gilt es auch, seine Haftung zu begrenzen“, sagt Rechtsanwalt Walterscheid.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden auf einer Betriebsversammlung über das Verfahren und die weiteren Schritte bereits informiert. Die Löhne und Gehälter der insgesamt 140 Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Juni 2019 gesichert.

Das Gericht hat mit Beschluss vom 26.4.2019 dem Antrag entsprochen und Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.